Vorteile von Storytelling

Storytelling: Erzähl mir eine Geschichte

Storytelling ist ein beliebtes Mittel in der Werbung geworden. Aber was muss man beachten, um damit wirklich erfolgreich zu sein?

Es war einmal ein König, der von seiner Frau betrogen wurde. Überzeugt davon, dass es keine einzige treue Frau auf der ganzen Welt gibt, beschließt er, sich nie wieder betrügen zu lassen. Deshalb heiratet er jeden Tag aufs Neue und lässt seine Frau am nächsten Morgen töten. Als er sich mit der gescheiten Scheherazade vermählt, erzählt diese ihm in der Nacht eine Geschichte, die am Morgen – gerade wenn sie am spannendsten ist – abbricht. Weil der König unbedingt erfahren möchte, wie die Geschichte weitergeht, lässt er Scheherazade am Leben. So geht es 1001 Nacht lang, bis der König schließlich von der Treue seiner Frau überzeugt ist.

Dieses bekannte Märchen aus „Tausendundeiner Nacht“ ist ein wunderbares Beispiel für die Macht des Geschichtenerzählens. Wie Scheherazade nutzt auch die Werbebranche gerne das sog. Storytelling, um die Adressaten zu fesseln, zu begeistern oder ihre Neugier zu wecken. Dabei sind Emotionen immer das wichtigste Werkzeug.

Warum überhaupt Storytelling?

Storytelling im Marketing

Eine gute Geschichte bleibt im Kopf

Eine gute Geschichte regt die Phantasie an, löst Emotionen aus und bleibt dadurch im Gedächtnis. Menschen merken sich Geschichten bis zu 22-mal besser als reine Fakten.

Jeder mag Geschichten

Unser Leben ist geprägt von Geschichten – egal wie alt wir sind, welches Geschlecht oder welchen sozialen Status wir haben. Wir hören sie in der Kindheit, wir lesen sie in Büchern, schauen sie uns im Fernsehen an und erzählen sie liebend gerne selber unseren Freunden und der Familie. Geschichten sind für uns eine gewohnte, angenehme Form der Kommunikation.

Wünsche werden geweckt

Eine geschickte Story spricht gezielt, aber durch die Blume, Wünsche und Bedürfnisse der Zielgruppe an. So kann man die Adressaten zum Beispiel unterbewusst zum Kauf eines Produkts animieren.

Eine Beziehung entsteht

Storytelling schafft Anknüpfungspunkte für eine kontinuierliche Kommunikation zwischen Kunden und Unternehmen –
insbesondere vor dem Hintergrund der interaktiven Möglichkeiten des Social Media.

Mundpropaganda

„Hast du schon gehört? Das muss ich dir unbedingt erzählen …“ Eine gute Geschichte wird gerne weitererzählt. Deshalb steigert Storytelling die Viralität und die Reichweite der Markenkommunikation.

Ein Beispiel für Storytelling? Denken wir einmal an den Werbespot der Telekom, in dem Bob, ein älterer Mann aus den USA, sich in einem rosafarbenen Ballettkostüm an verschiedenen Orten fotografieren lässt. Die Story dahinter: Er tut dies, um seine krebskranke Frau Linda aufzuheitern und sie wieder zum Lächeln zu bringen. Emotion pur. Gänsehaut vorprogrammiert. So etwas vergisst man nicht so schnell. Oder konnten Sie sich etwa nicht erinnern?

8 Tipps für erfolgreiches Storytelling

Das Ziel im Storytelling deutlich machen

Zunächst sollte man sich fragen, welches Ziel man überhaupt mit der Geschichte verfolgt. Möchte man den Verkauf eines bestimmten Produktes oder einer Dienstleistung ankurbeln? Oder will man vielleicht damit eine neue Zielgruppe ansprechen? Die Gründe können vielfältig sein. Wichtig ist, dass man sie sich direkt am Anfang klar macht und die Geschichte danach ausrichtet.

Mit Storytelling die Zielgruppe fokussieren

Wer nicht weiß, an wen sich seine Geschichte richtet, kann auch nicht an den richtigen Fäden ziehen. Man sollte die Zielgruppe vorher genau definieren und sich ihre Wünsche, Interessen und Bedürfnisse vor Augen halten – auf welche die Geschichte dann eingehen sollte.

Das Storytelling einfach halten

Damit alle aus der Zielgruppe sich angesprochen fühlen, muss die Geschichte verständlich, eingängig und klar formuliert sein. Die Adressaten müssen den Inhalt sofort nachvollziehen können, ohne sich erst komplizierte Gedanken machen zu müssen. Nur so kann man sie schnell in den Bann ziehen und sich in ihrem Gedächtnis verankern.

Klassisch und trotzdem originell denken im Storytelling

Ein Held, ein Konflikt, eine Lösung: darum geht es letztendlich immer. Dieses bewährte Prinzip sollten auch Sie sich zunutze machen. Bauen Sie einen Spannungsbogen auf: Ihre Geschichte braucht einen Einstieg, einen Höhepunkt und einen Abschluss. Vor allem aber muss sie auch originell sein. Denken Sie um die Ecke – gerne auch ein zweites Mal.

Die Geschichte muss zum Unternehmen passen

Eine Geschichte verspricht nur Erfolg, wenn sie zu Ihrem Unternehmen passt. Der Adressat merkt unterbewusst sofort, wenn Story und Marke sich nicht vereinen lassen. Ihre Geschichte findet er dann zwar vielleicht gut, aber die damit erzeugten Emotionen oder Wünsche wird er nicht auf Ihr Unternehmen übertragen. Genau das sollte beim Storytelling jedoch passieren.

Helden im Storytelling einsetzen

Setzen Sie urtypische Charaktere, wie Entdecker, Krieger oder Beschützer als Hauptfiguren Ihrer Geschichte ein. Diese Rollen sind zeitlos und bieten ein großes Identifikationspotential. Hier findet sich jeder irgendwo wieder.

Verschiedene Kanäle nutzen

Erzählen Sie crossmedial! Verbreiten Sie Ihre Geschichte über verschiedene Kanäle: Website, Printprodukte, Social Media – Ihnen stehen zahlreiche Möglichkeiten zur Verfügung. Auf diese Weise erreichen Sie nicht nur mehr Adressaten, sondern diese auch gleich mehrfach. Dadurch bekommt Ihre Story noch mehr Aufmerksamkeit.

Neuropsychologisch Wertvoll

Auch neuropsychologisch gesehen macht Storytelling Sinn – denn unser Gehirn verpackt eingehende Informationen automatisch in Geschichten, weil es diese dann besser auswerten und speichern kann.

Eine gute Geschichte regt unser Kopfkino an, nimmt uns mit auf eine kleine Reise, lässt uns Emotionen spüren und bleibt im Gedächtnis. Wer es schafft, diese Vorteile perfekt auf die Marketingziele seines Unternehmens abzustimmen, kann mithilfe von Storytelling äußerst erfolgreich sein. Wichtig ist immer eine funktionierende Symbiose von Marke und Geschichte. Sie brauchen ein stimmiges Konzept. Sie brauchen eine kreative Idee. Sie brauchen das Fachwissen, diese zielgruppengerichtet umzusetzen.

© dievirtuellecouch Werbung & Marketing GmbH